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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Tod und das Spiel


Robert
26.10.2005, 08:51
Das Ende aller Dinge
Im Tod, so heisst es, sind alle gleich. Zumindest wenn es um das geht, was wir als Realität ansehen, stimmt das sogar. Nichts eint und uns Menschen mehr als die Endlichkeit unseres Daseins und die nicht zu beantwortetende Frage was uns wohl nach dem Tode erwartet.

In der virtuellen Realität eines Online Spiels sieht das etwas anderes aus. Der Tod ist da nicht etwa das Ende allen seins sondern eher ein vorübergehender Zustand. Man stirbt schonmal hier und da.
In nahezu allen Onlinespielen stirbt man im Kampf. An Krankheit und Altersschwäche sterben Virtuelle Pixelhelden nie. Von Bösartigen Kreaturen niedergestreckt zu werden, das ist Spielübergreifend die häufigste Todesursache. Immerhin hier eint der Tod tatsächlich Spieler aus den unterschiedlichsten Spielen. Wenig einigkeit herrscht dagegen wenn es um das Leben nach dem Tod geht.

Die letzte Grenze
Einig sind sich die Designer aller Spiele nur einem. Der Tod im Spiel muss bestraft werden. Erhofft sich so mancher Zeitgenosse in der Realität noch ein ewiges Leben und Himmlische Weihen so ist der Tod im Spiel durchweg unerfreulich. Spieler sollen ihr virtuelles Leben nicht zu leichtfertig oder gar geplant aufs Spiel setzen. Das geplante sterben, "das blooden" ist trotzdem hier und da als Spielerische Unart verbreitet. Dabei halten die meisten Spiele ein ganzes Arsenal von Strafen bereit:

Erfahrungsabzüge: Wer stirbt verliert einen Teil seiner bereits gesammelten Erfahrungspunkte. Das ist in manchen Spielen, vorallem im Hochstufigen Bereich, sehr uangehnem. Zuweilen ist es sogar Möglich Level zu verlieren.

Erfahrungsschuld: Statt bereits gesammelte Erfahrungspunkte zu verlieren, gibt es ein "dept". Der Spieler sammelt für eine Weile langsamer als Üblich neue Erfahrung an.

Wiederbelebungskrankheit: Nach dem Tod leidet der Spieler an einer gewissen Übelkeit. Attribute werden während dieser Zeit teilweise stark harabgesetzt.

Reparatur oder Heilerkosten: Die Ausrüstung und/oder die Gesundheit des Spielers werden stark in Mitleidenschaft gezogen. Entsprechend hohe Arzt und Reparaturkosten sind fällig.

Wiederbeschaffung der Leiche: Auch darum muss man sich vielerorts als Verstorbener noch kümmern. Die eigene Leiche aufsammeln oder zumindest die Seele oder das Grab.


Der Tod hat viele Gesichter
Zum Abschluss meines Artikels nun eine Auflstung bekannter Online Spiele und Hinweise darauf wie sie die Frage nach dem Tod und dem Leben nach dem Tod beantworten.

Dark Age of Camelot:
Der Tod im PvP bleibt nahezu ohne folgen. Anders im PvM. Hier bietet DAoC quasi ein Best of der bekannten Death Penaltys. Es gibt die Wiederbelebungskrankheit und saftige Expabzüge, wobei jedoch kein Levelverlust droht. Teuer wird das ganze auch. Ein Arztbesucht befreit zwar von Attributabzügen, kostet allerdings (gestaffelt nach Level) bis zu 15 Gold.
Wird der Spieler nicht Vorort wiederbelebt, so muss er zu seinem letzen "Bindestein" zurückkehren. Hat der Spieler sich an einem ungünstigen Ort gebunden so ist der Weg zurück zum Ort des Geschehns ziemlich lange. Den sollte er allerdings, solange er noch nicht lvl 50 ist, auf jedenfall nochmal aufsuchen. Ein Grabmal ziert die Todesstelle. Nach einem stillen Gebet des Spieler verschwindet das Grab und der Spieler erhält einen Teil seiner verlorenen Erfahrung wieder.

Everquest 2:
Auch hier bleibt der Tod im PvP ohne Konsequenzen. Im PvM gibt es eine Erfahrungsschuld, der Spieler levelt eine Weile langsamer als üblich. Zudem warten auf den Spieler teils saftige (abhänig von Level und Wert der Rüstung) Reparaturkosten. Wird der Spieler nicht Vor Ort wiederbelebt so spwant er an einem meist Nahegelgen Wiederbelebungspunkt und muss sich auf den Weg machen um einen "verlorenen Seelenanteil" zu bergen. Glingt das Unterfangen verringert sich die Erfahrungsschuld etwas.

Guild Wars:
Es gibt keine Erfahrungschuld und keinen Expabzug und auch keine sonstigen Kosten. Dafür aber eine besonders heftige Form der Wiederbelebungskrankheit. Jeder Tod verringert alle Attribute um 20%. Dieses Penalty verschwindet sofort, wenn man eine Stadt oder ein Camp betrifft. Dumm daran ist, das alle Instanzen nach verlassen sofort geschlossen werden und man eine Mission somit evtl. komplett von vorne spielen muss. Wird der Spieler nicht wiederbelebt so spwant er an einem nahegelegenen Wiederbelebungspunkt in der Instanz.


Neocron:
Es gibt keine Erfahrungsschuld und keinen Expabzug. Dafür aber die Wiederbelebungskrankheit. Wird man nicht Vor Ort wiederbelebt so kann der Spieler in einem zuvor aktivierten GeneReplicator oder in seinem Appartment spwanen. Beim Tod verliert der Spieler seine komplette Ausrüstung. Er kann versuchen selbst bis zu seiner Ausrüstung vorzudringen oder aber die Ausrüstung gegen Geld bergen lassen. Wird sie geborgen findet der Spieler sie in seiner Bank, dem GoGuardian. Besonders heftig: Im Todesfalle verlierft der Spieler Ausrüstungsgegenstände und Implate welche von anderen Spielern geblündert werden können.

World of Warcraft:
Auch hier keine Erfahrungschuld und kein Expabzug. Auch hier gibt es die Wiederbelebungskrankheit. Wird der Spieler nicht vor Ort wiederbelebt so spwant man er einem nahegelegenen Wiederbelebungspunkt, einem Friedhof. Nun hat man die Wahl als Geist zu seiner Leiche zu gelangen und sie Aufzuheben. Als Geist kann man nicht angegriffen werden und erlebt die Landschaft aus der Monotonen Sicht eines Untoten. Ist einem dieses Unterfangen zu langwierig so kann man sich auch auf dem Friedhof ins Leben zurückrufen lassen. Das ist allerdings mit teils deftigen Reparaturkosten verbunden.

Kagee
26.10.2005, 08:57
Nette Übersicht.

Es gab auch mal ein MMORPG, in dem ein Permanenter Tod nach 500 Spielstunden eingeplant war. Danach konnte man dann sein Kind weiterspielen. Später hatte man dann Vorteile durch besonders lange Blutlinien etc.
Ich bezweifle aber, dass dieses Spiel je released wird.
http://www.mourning.de/

Benjamin
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Lostris
26.10.2005, 13:08
Nicht zu vergessen Lineage 2

Man verliert bei Tod Exp, sogar so weit das man auch ein schon geschafftes LVL wieder verliert, und man verliert Items beim Tod.
Bei den Items kann es sich um welche aus dem Inventar oder sogar um ausgerüstete Gegenstände handeln.

Kagee
26.10.2005, 14:04
Hinzuzufügen wäre dann noch

Diablo2
Wenn man stirbt steht man ohne Ausrüstung im Start-Camp und muss sich zu seiner Leiche zurück-kämpfen um an die Gegenstände und das Gold zu kommen. Man verliert auch, je nach Schwierigkeitsstufe, Erfahrungspunkte.

Benjamin
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p.s. korrigiert mich, wenn ich falsch liege, ist länger her...

Calain
26.10.2005, 14:38
Zusätzlich hat man in D2 noch Geld verloren.

Man konnte allerdings auch einfach aus und einloggen. Dann lag die Leiche in der Stadt. Gold, das man bei sich getragen hat geht dabei aber verloren.